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Praktikanten müssen Geld bekommen! Auch bei Bundesministerien!

Für das Auswärtige Amt scheint die Arbeit von Praktikantinnen und Praktikanten gerade für die Durchführung von repräsentativen Veranstaltungen wie Konferenzen, die Arbeit von kostenlosen Hilfskräften (oft mit einem ersten abgeschlossenem Bachelor-Hochschulstudium) unverzichtbar zu sein. Mitarbeiter sagen, dass diese freiwillige Tätigkeit oft nicht zu ersetzen sei. Auch in den Auslandsvertretungen scheint die Arbeit von Hospitantinnen und Hospitanten, gerade während des Einheitlichen Versetzungs-Termins oft unverzichtbar zu sein, um Referenten- und Sachbearbeiterstellen vorübergehend besetzen zu können. Es ist traurig, dass gerade in einem FDP-geführten Ministerium, unter der Führung eines Ministers der verlangt, dass sich Leistung wieder lohnen muss und dass diejenigen, die Arbeit haben, mehr haben müssten als diejenigen ohne Arbeit, in nicht unerheblichem Maße auf unbezahlte Arbeit zurückgegriffen wird.

Brisant ist meiner Einsicht nach in diesem Zusammenhang, dass Bundesministerien für die Vorbereitung mancher Veranstaltungen externe Hilfskräfte einstellen, während für andere Veranstaltungen Praktikanten über Monate hinweg ohne jede Entlohnung und mit erheblichem Aufwand die selben Tätigkeiten verrichten. Dies verstöst m.E.n. auch gegen geltendes Recht. Schließlich wird eine tatsächliche Arbeitsleistung erbracht, die mit der Leistung anderer, entlohnter Arbeitnehmer vergleichbar ist. Eigentlich hätten die Hospitanten im Auswärtigen Amt, ebenso wie die in anderen Bundesministerien damit grundsätzlich einen Anspruch auf Vergütung (§ 611 Bürgerliches Gesetzbuch) und zwar in Höhe der üblichen Vergütung eines vergleichbaren Arbeitnehmers (§ 612 BGB).

Prinzipiell muss festgehalten werden, dass sich viele Studierende den finanziellen Aufwand für ein Praktikum in Berlin oder bei einer Auslandsvertretung nicht leisten können, so dass ihnen ein Praktikum im Auswärtigen Amt oder auch einer anderen Bundesbehörde niemals möglich sein wird, selbst wenn sie herausragende Leistungen im Studium erbringen. Viele müssen z.B. mit einem Studienkredit, Schulden im vierstelligen Bereich aufnehmen, um sich ein Praktikum finanzieren zu können. Ehemalige Hospitantinnen und Hospitanten hatten in der Vergangenheit gegenüber der Leitung auf diese Missstände hingewiesen. Ihr Anliegen wurde aber mit der Begründung, es existiere kin entsprechender Titel im Budget des AA, um Hospitantinnen und Hospitanten zu bezahlen, abgewiesen. Nur vereinzelt werden Praktikantinnen und Praktikanten unterstützt, wie z.B. vom Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mit 100 € Aufwandsentschädigung im Monat. Diese Praxis leistet einer sozialen Benachteiligung weniger vermögender Sudierender Vorschub, denen ein Praktikum in einem Bundesministerium dadurch dauerhaft verwehrt bleibt. Der Bund muss seine Vorbildfunktion in der Gesellschaft wahrnehmen und Praktikantinnen und Praktikanten entlohnen.

Hierzu wird gerade eine Bundestagspetition eingereicht, die hoffentlich bald zur Mitzeichnung online stehen wird. Über die weitere Entwicklung werde ich hier berichten.

9.10.10 13:14
 


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